Abbitte

Der Brief einer Mutter an ihre Tochter. Aber generell gültig für Alt an Jung! Wir alle sollten öfter daran denken: niemand bleibt auf ewig jung!

Mein liebes Mädchen,
an dem Tag, an dem du merkst, dass ich langsam alt werde, sei bitte geduldig mit mir und versuch zu verstehen, was ich durchmache.
Wenn wir miteinander reden und ich die gleiche Sache tausendmal wiederhole, unterbrich mich nicht, um mir zu sagen: „Mama, das gleiche hast du vor einer Minute schon gesagt.“ Bitte, hör mir einfach nur zu. Weißt du noch, wie ich dir, als du noch klein warst, Abend für Abend die gleiche Geschichte vorlesen sollte, bis du eingeschlafen warst?
Wenn ich keine Lust habe, ein Bad zu nehmen, sei mir nicht böse und zwing mich nicht dazu – erspare mir die Scham. Erinnerst du dich daran, wie ich hinter dir her gerannt bin, als du noch ein kleines Mädchen warst? Du wolltest nicht unter die Dusche und hattest immer eine Ausrede.
Wenn du merkst, wie schwer mir all die neuen Dinge fallen, gib mir die Zeit sie zu verstehen und schau mich nicht mitleidig an. Denk immer dran: Ich habe dir mit aller Geduld beigebracht, wie man anständig mit Messer und Gabel isst, sich ordentlich anzieht, sich die Haare kämmt und den Steinen ausweicht, die das Leben einem in den Weg legen wird.
An dem Tag, an dem du bemerkst, dass ich langsam alt werde, sei bitte geduldig mit mir und versuch zu verstehen, was ich durchmache.
Wenn wir uns unterhalten und ich ab und zu den Faden verliere, gib mir die Zeit, ihn wieder zu finden. Falls mir das nicht gelingt, werde bitte nicht ungeduldig oder aufbrausend. Du sollst in deinem Herzen immer wissen: Das Wichtigste für mich ist die Zeit, die ich mit dir verbringe.
Und wenn meine alten, schwachen Knochen mich nicht mehr tragen wie früher, reich mir deine Hand – so wie ich dir meine reichte, als du deine ersten Schritte liefst.
Wenn der Tag kommt, an dem du merkst, dass ich alt werde, sei nicht traurig. Bleib an meiner Seite, unterstütze mich und liebe mich, bis ich das Ende meines Lebens erreiche. Ich danke dir für jeden Moment, den wir miteinander verbringen. Ich weiß das wirklich zu schätzen. Mit einem großen Lächeln im Gesicht und all der Liebe in meinem Herzen möchte ich dir sagen:

Ich liebe dich, meine Tochter.

Queĺle: Huffingtonpost

Gestern war der 23. Todestag meiner Mutter.
Ich wünschte, ich wäre geduldiger mit ihr gewesen.
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13 Gedanken zu “Abbitte

  1. Liebe Gaby,ja ich bemerke das Älterwerden,und diejenige um mich merken es auch.Andauernd vergiss ich,wohin ich Sachen lege.Natürlich wird man schneller müde.Man fängt an gesundheitliche Probleme zu bekommen.Aber was soll’s,das ist der Zyklus des Lebens.Danke für Deinen Beitrag ,hat mir sehr gut gefallen.Die liebsten Grüsse ❤ ❤ ❤ Ich wünsche Dir eine wunderbare Woche.

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  2. Ich muss mir nichts vorwerfen, ich habe das jahrelang praktiziert!
    Und als meine Mutter geistig noch auf voller Höhe war, hat sie mir zu verstehen gegeben, dass Kinder die Pflicht haben, sich mit aller Liebe um die alten Eltern zu kümmern. (Ob sie mich deshalb wohl in die Welt gesetzt hat? Diese Frage bleibt offen …)

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  3. Ich liebe meine Mama. Aber auch ich ertappe mich ab und zu, dass ich ungeduldig bin, wenn sie wiedermal ihre Zukunftsängste um ihre Enkelkinder bekommt 😦 Aber ab und an kann man nicht aus seiner eignen Haut. Man ist nur menschlich.
    Und ich glaube, dass es mir als Mama von 3 Töchtern in Zukunft auch nicht anders gehen wird. Wir lieben uns. Aber ich merke jetzt schon, dass ich ab und zu eine meiner Girlies nerve 😉
    Thats life
    Liebe Grüße
    Nila

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